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Wohnen verändert sich im Alter

Einen alten Baum verpflanzt man nicht, heißt es so schön. Und das beweist die Realität: Die meisten Senioren wollen im bekannten Umfeld leben– auch wenn sich erste Einschränkungen einstellen oder sogar Tag und Nacht eine Versorgung erforderlich ist. Fest steht: Die Lebenswirklichkeit älterer Menschen verändert sich – oft dramatisch.Da gibt es Einsamkeit, weil der Partner und die Freunde versterben. Das Geld ist in vielen Fällen knapp. Wie soll die Miete bezahlt oder das Haus unterhalten werden? Es muss eine gute Lösung gefunden werden. Neben dem betreuten Wohnen in den eigenen vier Wänden – auch durch eine 24-Stunden-Betreuung – kann alternatives Wohnen helfen. Wir haben ein paar Ideen dazu gesammelt als Anregung.

Inhalt

  • Welche Vorteile hat die Wohngemeinschaft?
  • Welche Wohnformen gibt es?
  • Was sollte juristisch geprüft werden?
  • Wie sage ich es meinen Kindern?
  • Warum sind die eigenen vier Wände auch eine Lösung?

Lebt der Geist von 1968 weiter?

Zur Zeit der Studentenrevolte in der BRD zogen junge Leute in die Kommune – eine zumeist politisch motivierte Wohngemeinschaft. Wer in den „wilden 68ern“ jung war, hat heute das Rentenalter erreicht. Was ist aus der Freude an Veränderung geworden? Das Ergebnis einer Umfrage des Onlineportals ImmobilienScout24 soll ergeben haben, dass sich jeder zweite Deutsche vorstellen kann, in einer Wohngemeinschaft  zu leben. Die Zeit der politischen Veränderung hat auf lange Sicht wohl gewirkt.

Diese Vorteile hat die Senioren-Kommune:

  • Kosten teilen für Miete, Anschaffungen, Reinigung, Pflege
  • Freizeit gemeinsam verbringen
  • Einander im Blick behalten
  • Kompetenzen ergänzen

Noch ein Vorteil: Die Mitglieder einer Senioren-Wohngemeinschaft können sich die Mitbewohner selber aussuchen. In einem Seniorenheim entscheiden Heimleitung oder schlicht die Warteliste über den Neuzugang.

Wie so oft im Leben muss man mit dieser Freiheit auch umgehen können. Alle Regeln und Abmachungen müssen erarbeitet werden. Sicherlich gibt es inzwischen viele Ratgeber – als Buch, PDF oder durch Menschen, die in sozialen Einrichtungen arbeiten. Berühmt ist der Bestseller „Grau ist bunt“ (Herder Verlag, 2007), geschrieben von Henning Scherf. Der ehemalige Oberbürgermeister von Bremen, Henning Scherf, hat mit seiner Ehefrau und Freunden eine Alters-WG gegründet und gibt Tipps für WG-willige Senioren.

Es gibt mehr als die Senioren-WG

Die BAGSO (die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen) informiert auf ihrer Website übersichtlich zu verschiedenen Wohnformen für ältere Menschen.

Die Senioren-Wohngemeinschaftsteht an erster Stelle – erscheint sie doch als flexible Lösung, die recht unkompliziert zu realisieren ist. Jedes Mitglied der WG bewohnt ein eigenes Zimmer; Bad, Küche und Wohnzimmer werden gemeinsam genutzt. Entweder organisieren Senioren selber so eine Wohngemeinschaft, oder ein Träger richtet sie ein.

Vorteil: Man ist nicht alleine und teilt sich die Kosten.

Nachteil: Alle müssen ein hohes Maß an Toleranz mitbringen und die Regeln einhalten.

Die Senioren-Hausgemeinschaftverfolgt ein ähnliches Konzept, basiert aber auf Wohnungen nicht auf Zimmern.

Das integrierte Wohnenist aufwändiger zu installieren. Wie der Name schon sagt, leben ganz unterschiedliche Menschen zusammen. Alter, Familienstand und Kompetenzen sind nicht gleich. Solch eine Wohnform erfordert Platz und ist nicht in einer Wohnung zu realisieren.

Vorteil: Man erweitert auch im Alter seinen Horizont und unterstützt sich gegenseitig.

Nachteil: Auch hier ist viel Toleranz gefragt, die durch mehr Platz bzw. Möglichkeit für Rückzug aber gut gelingen kann.

Wohnen für Hilfebasiert auf bereits vorhandenem Wohnraum, der nicht mehr umfänglich genutzt wird. Junge Menschen, meist sind es Studenten, ziehen zu der älteren, alleinstehenden Person. Sie zahlen keine Miete, helfen aber im Gegenzug bei der Bewältigung des Alltags: Einkäufe erledigen, Gartenarbeit machen, zum Arzt begleiten. Es gilt die Faustregel: Pro Quadratmeter bezogenen Wohnraum leistet der „Mieter“ eine Stunde Hilfe im Monat.

Vorteil: Die Voraussetzungen fürs gemeinsame Wohnen sind geschaffen und das Projekt kann schnell starten.

Nachteil: Jung und Alt müssen sich nicht nur mögen, sondern auch altersgemäße Eigenheiten akzeptieren.

Die Siedlungsgemeinschaft bezieht sich auf die Infrastruktur und imitiert eine traditionelle Dorfgemeinschaft. Die gegenseitige Hilfe ist Teil des sozialen Lebens. Man wohnt so, wie man es kennt, bringt sich aber in der Gemeinschaft aktiv ein bzw. erhält selber Hilfe.

Vorteil: Das individuelle Wohnen muss nicht verändert werden.

Nachteil: Man sollte sich wirklich aufrichtig engagieren und somit langfristig binden.

Vor dem Einstieg ins gemeinschaftliche Wohnen: Was tun?

Die Wohnform bestimmt, was und wie viel man selber in die Organisation investieren muss – an Zeit und Geld.Ist das Modell einer Senioren-WG bereits etabliert, wird von einem Träger betreut und man rückt selber nach, hält sich das eigene Engagement in Grenzen. Wer allerdings ein Senioren-Wohnprojekt selber anschiebt, hat einiges zu tun.

Das Onlineportal pflege.de hat einen kleinen Fahrplan notiert.

  • Mit wem will ich wohnen? Suchen Sie Gleichgesinnte.
  • Juristische Beratung ist genauso notwendig wie eine Moderation. Konflikte können so umgangen werden oder im Fall gibt es klare Regelungen.
  • Welche Rechtsform macht für das Zusammenleben Sinn? Soll es ein Verein sein? Wird Eigentum erworben kann eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) gegründet werden, die man später in eine WEG (Wohnungseigentümergemeinschaft) wandelt.
  • Die Beratung durch Versicherungsfachleute kann Sinn machen.
  • Lassen sie sich Zeit für die Planungsphase. Wer übernimmt welche Aufgaben in der Gemeinschaft? Was passiert, wenn die nicht erfüllt werden?

Bei aller Dynamik und Vorfreude, die entsteht, müssen Themen wie Krankheit und Tod einbezogen werden. Wie wird der freie Platz besetzt? Geldsersparnis darf nicht der einzige Antrieb fürs gemeinsame Wohnen sein. Das muss man wirklich wollen.

Die WG als Wahlfamilie

Wie reagieren die eigenen Kinder auf solche Pläne? Auch das sollte man beachten. Bekannte Beziehungsmuster werden von den Senioren auf den Kopf gestellt. Mama und Papa suchen sich ein neues Zuhause. Das kann die eigenen Kinder schmerzen, auch wenn es keine Pläne für ein familiäres Mehrgenerationenhaus gab.

Die 24-Stunden-Betreuung basiert auf Bekanntem

Die genannten Wohnmodelle eint: Sie erfordern von den Senioren ein hohes Maß an Flexibilität. Der Wohnort wird gewechselt oder die Bezugspersonen ändern sich. Aus dem Grund entscheiden sich viele ältere Menschen mit Ihren Kindern für eine familiäre Lösung. Doch mit steigendem Pflegebedarf kommen auch hier alle Beteiligten an ihre Grenzen. Und dann ist der Zeitpunkt für einen räumlichen Wechsel in eine Einrichtung längs überschritten.

Mit der 24-Stunden-Betreuung bleiben die familiären Strukturen erhalten und die sachgemäße wie zugewande Versorgung ist gewährleistet.Der ältere Mensch, seine Kinder und das Pflegeteam entscheiden gemeinsam über die Abläufe und berücksichtigen persönliche Wünsche.

Fazit: Alternatives Wohnen im Alter braucht viel Kommunikation, damit es gelingt. Zukünftige Teilnehmer müssen sich über Wünsche und Ziele austauschen. Die eigene Familie sollte auf dem Weg mitgenommen werden.

Buchtipp: Grau ist bunt von Henning Scherf bei Herder, 2007

 

Quellen:

www.welt.de
Senioren-WG: Es muss nicht das eigene Heim sein

Die BAGSO
Alternative Wohnformen

pflege.de
Senioren-WG

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