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Faszination Hundertjährige – Forschung und Gesellschaft suchen nach ihrem Geheimnis

Von einem gesunden, glücklichen und langen Leben träumt jeder und statistisch gesehen werden die Menschen in Deutschland immer älter. Aber wie schaffen es einige, die magische Marke zu knacken und 100 Jahre alt zu werden – gesund und glücklich? Die Forschung ist sich einig: Die Zutaten sind eine Mischung aus genetischer Veranlagung und Lebensweise.

Inhalt

  • Wann ist ein Mensch „alt“?
  • Wo findet man die meisten Hundertjährigen auf der Welt?
  • Tipps für ein gesundes und langes Leben
  • Sind hochbetagte Menschen glücklich?

Ein Jahrhundert erleben, das ist außergewöhnlich 

„Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ – den Bestseller von Jonas Jonasson kennen fast alle. Aber: Wäre das Buch auch so erfolgreich geworden, wenn es ein Siebzigjähriger gewesen wäre, der sein Leben umkrempelt und Abenteuer erlebt? Eher nicht, denn ein ganzes Jahrhundert zu erleben, ist für uns Menschen immer noch etwas ganz Besonderes und spiegelt sich in diesem Buchtitel wider.

Und ab welchem Lebensjahr wird ein Mensch als alt bezeichnet? Fragt man ein Kind, sind schon die Eltern „alt“ und die Großeltern nur einfach etwas älter. Fragt man einen Erwachsenen, so fühlt er sich jung, solange es noch viele Menschen in seiner Umgebung gibt, die älter sind als er selbst. Das empfundene Alter eines Erwachsenen scheint also neben der Zahl seiner Geburtstagstage auch von einer persönlichen Mischung aus Gemütszustand und Lebenslage abzuhängen.

Und was meint die Medizin dazu? Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) sagt: „65- bis 75-Jährige sind junge Alte. Mit 75 bis 80 Jahren ist man schlicht alt.“ Das sehen viele ältere Menschen anders: Es gibt immer mehr Senioren, die mit 70+ körperlich und geistig agil sind, viel reisen, Ehrenämter innehaben, sich weiterbilden und Sport treiben.

Viele der ältesten Menschen leben auf Inselstaaten

Eine gute Nachricht: Unsere Lebenserwartung steigt von Jahr zu Jahr. Die Zahl der Hochbetagten hat sich in den letzten 20 Jahren fast vervierfacht. Es gibt gegenwärtig eine halbe Million Menschen auf der Welt, die 100 Jahre und älter sind, 18.000 davon leben in Deutschland. Im weltweiten Vergleich findet man – im Verhältnis zur Einwohnerzahl – auf Guadeloupe und Barbados die meisten über 100-Jährigen, dicht gefolgt von der Karibikinsel Martinique und Japan. In Japan lebt auch der älteste Mensch der Welt (Stand 2019), die 116 Jahre alte Japanerin Kane Tanaka. Das „schwache Geschlecht“ zeigt beim Altern seine Stärke: etwa 80 Prozent der Hundertjährigen sind Frauen.

Wie bleibt man bis ins hohe Alter gesund?

Ein deutsches Sprichwort sagt: Jung zu bleiben und alt zu werden, ist das höchste Gut.
Alt wird ein Mensch ohne sein Zutun. Dabei vital bleiben, gelingt mit persönlichem Einsatz.
Wichtige Zutaten sind Disziplin und gewohnte Rituale im täglichen Leben. Morgens zur gleichen Zeit aufstehen, sich anziehen und frühstücken, den Tag strukturiert mit Aufgaben füllen und abends rechtzeitig zu Bett gehen: Das hält Körper und Geist fit.
Und welche Empfehlungen gibt es außerdem?

  • Bewegung ist in jedem Alter das A und O für einen gesunden Körper. Für Senioren gilt: Die richtige Dosis Sport fördert das Wohlbefinden, Marathonlaufen sollte man lieber der Jugend überlassen.

Wer gerne spazieren geht, mit Partner, Freunden oder dem Hund, bewegt sich an der frischen Luft und tankt dabei Sauerstoff und Licht!

Beim Walken in der Gruppe oder auf Wandertouren entstehen unterhaltsame Gespräche und neue Freundschaften.

Schwimmen bringt den Kreislauf so richtig in Schwung und schont dabei die Gelenke.

Tanzen fördert zusätzlich zur Bewegung die Koordinationsfähigkeit und ist sehr gesellig.

Radfahren macht Spaß und mit einem E-Bike sind auch schwierige und lange Strecken zu bewältigen.

Das hält uns im Alltag beweglich: Kleinere Einkäufe zu Fuß oder mit dem Rad erledigen, leichte Gartenarbeit mobilisiert den Körper und entspannt den Geist, oder ab und zu die Treppe nehmen und den Fahrstuhl nicht beachten.

  • Ernährung spielt ebenfalls eine Rolle beim Altwerden. Die meisten Hundertjährigen sind schlank. Bedeutet gesunde Ernährung gleich Askese und Verzicht?

Nein, nicht unbedingt – das Glas Rotwein am Abend zu genießen, ist ein Plus für die Lebensqualität. Grundsätzlich gilt bei Alkohol und Rauchen: Weniger ist mehr.

Obst und Gemüse gehören auf den täglichen Menüplan. Und so gelingt es: Beim Frühstück Tomate oder Gurke zum Brot legen, auf den Spaziergang einen Apfel mitnehmen oder zu einer Mahlzeit am Tag einen Salat essen.

Im Restaurant zur Abwechslung Fisch statt Fleisch bestellen? Eine gute Idee!

In jedem Lebensabschnitt sollte man ausreichend trinken. Die Empfehlung lautet, mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Bitte beachten: Die Getränke sollten ungesüßt sein! Leitungswasser oder Kräutertee sind optimale Durstlöscher. Tipp: Zur Mahlzeit ein Getränk genießen und zu jeder Tasse Kaffee oder Tee auch ein Glas Wasser trinken.

  • Sozial eingebunden sein macht Menschen gesund und zufrieden – und verlängert das Leben! Ältere Menschen, die zum Beispiel regelmäßig auf ihre Enkel aufpassen, haben eine höhere Lebenserwartung. Der Umgang mit der jungen Generation hält geistig und körperlich fit: Dazu gehören Ballspielen und in den Zoo gehen, oder sich mit den Enkeln per Handy auszutauschen.

Nicht alle haben eine große Familie in der Nähe: Für Senioren ohne eigene Nachkommen gibt es das Angebot als Leihgroßeltern aktiv zu werden. Sie sind oft viele Jahre in die neuen Familien integriert und es entstehen lange und innige Beziehungen zu den Leihenkeln.

Ehrenämter bieten eine große Vielfalt an Möglichkeiten, sich zu engagieren. Die Senioren erfahren Wertschätzung und knüpfen Kontakte – das stärkt Wohlbefinden und Psyche.

Sind Hundertjährige glücklich?

Von 1999 bis 2005 beschäftigten sich die Wissenschaftler der Gerontologie der Universität Heidelberg mit dieser Frage. Sie untersuchten, welche psychologischen und körperlichen Eigenschaften dazu beitragen, dass ein Mensch im Einklang mit seinem hohen Alter lebt. Die Forscher führten im Rahmen ihrer Studie viele Interviews mit hochbetagten Menschen. Sie fanden heraus, dass alle befragten Personen eines gemeinsam hatten: Eine positive Grundeinstellung zum Leben trotz erfahrener Schicksalsschläge oder körperlicher Einschränkungen. Die Wissenschaftler kamen ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Menschen mit engen Sozialkontakten, Hobbys und dem steten Interesse daran, neue Dinge kennenzulernen, ausgeglichen alt werden.

Ist diese positive Grundeinstellung das Geheimnis hohen Alters? Die Forschung ist sich einig: Eine Mischung aus „guten Genen“, gesundem Leben und Optimismus lässt uns lange leben. Ein positiv eingestellter Mensch, der umsichtig mit seinem Körper und Geist umgeht, hat die Perspektive, ein hohes Alter zu erreichen.

Zum Weiterlesen – die Interviews der Studie aus Heidelberg als PDF:
www.bag-lsv.de

Quellen:
Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (/www.iwd.de)
Universität Heidelberg (www.gero.uni-heidelberg.de)
Frankfurter Allgemeine Zeitung (www.faz.net)

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