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Senioren mit pflegebedürftigem Kind: Herausforderungen bewältigen und Vorsorge planen.

Wenn Eltern die Herausforderung annehmen, ein hilfsbedürftiges Kind großzuziehen, sind sie jung und fit. Das Seniorenalter ist noch weit entfernt und das Kind klein. Aber: Menschen mit körperlicher oder geistiger Einschränkung haben heute eine hohe Lebenserwartung und viele überleben ihre Eltern. Was bedeutet das für die betagten Eltern, welche Sorgen haben sie – und welche Möglichkeiten?

Inhalt

  • Ein hilfsbedürftiges Kind – eine besondere Beziehung
  • Körperliche und seelische Höchstleistung – bis ins hohe Alter
  • Das pflegebedürftige Kind überlebt seine Eltern

Ein hilfsbedürftiges Kind – eine besondere Beziehung

Über viele Jahre kümmern sich die Eltern intensiv um ihr gesundheitlich beeinträchtigtes Kind. Zugleich stehen sie am Rand der Gesellschaft. So entwickelt sich eine starke familiäre Bindung. Daher leben diese Kinder oft auch als Erwachsene noch zu Hause. Das Loslassen fällt ihren Eltern sehr schwer. Je nach Einschränkung des Kindes sind sie die Einzigen, die mit dem Kind kommunizieren und dessen Wünsche oder Bedürfnisse erkennen können. Für die Betroffenen ist ein Pflegeheim oft keine Alternative. Junge Eltern meistern die herausfordernde Betreuung zu Hause gut – schwierig wird die Pflege erst, wenn das Kind erwachsen ist und die Eltern Senioren sind.

Körperliche und seelische Höchstleistung – bis ins hohe Alter

Heben, tragen, schieben: Der beschwerliche Alltag mit einem unselbständigen Kind. Und die geforderten Eltern haben nur wenig Zeit, sich um die eigene Fitness und Gesundheit zu kümmern. Mit zunehmendem Alter häufen sich gesundheitliche Beschwerden, aber das mittlerweile erwachsene Kind erfordert weiterhin Körperkraft. Gibt es hier Unterstützung für belastete Eltern? Bei akuten Beschwerden verschreibt ein Arzt Physiotherapie und gibt Tipps zur entlastenden Körperhaltung. Bei starken Beeinträchtigungen oder Krankheit gibt es die Möglichkeit, kurzfristig von einer staatlich finanzierten Haushaltshilfe unterstützt zu werden.

Auch die Seele leidet unter der Belastung: Die eigenen Bedürfnisse rücken in den Hintergrund, Lebensziele und Wünsche werden nicht erfüllt und Schuldgefühle tauchen immer wieder auf. Ein regelmäßiger Austausch mit Menschen, die in der gleichen Situation leben, hilft. In einer Selbsthilfegruppe oder einem Gesprächskreis können Erfahrungen und Sorgen geteilt werden.

Bei großer Erschöpfung ist eine Kur heilsam: Sie dauert in der Regel drei Wochen und bietet eine umfassende Erholung vom Alltag, körperlich und seelisch. Welche Kliniken barrierefrei sind und unter welchen Bedingungen eine Kur möglich ist, wissen Ärzte und Krankenkassen.

Eine gute Übersicht bieten folgende Webseiten:
www.lebenshilfe.de
www.caritas.de
familienportal.de
www.teilhabeberatung.de

Das pflegebedürftige Kind überlebt seine Eltern

Die Sorge von pflegenden Eltern im hohen Alter: Wer kümmert sich um unser Kind, wenn wir nicht mehr leben?Wo wird es wohnen können und wer betreut es? Und: wie können wir das Kind finanziell absichern?

  • Wenn ein Kind nicht geschäftsfähig ist, benötigt es einen Betreuer (Vormund). Es ist sinnvoll, sich früh um einen passenden Menschen für diese Aufgabe zu bemühen. Gibt es nahe Verwandte oder enge Freunde, die jünger sind und sich diese Aufgabe zutrauen? Wunderbar, denn das ist die beste Lösung: Kind und Eltern können über einen langen Zeitraum ein enges Verhältnis zu der Person aufbauen und beruhigter in die Zukunft schauen. Hier sind viele Fakten zur rechtlichen Betreuung zusammengefasst: www.familienratgeber.de
  • Wo kann das erwachsene Kind leben? Heimplätze sind oft die einzige Möglichkeit – und sie sind rar. Wer die finanziellen Mittel hat, sollte sich früh um einen geeigneten Heimplatz kümmern. Manche Pflegeheime bieten den Erwerb von Anteilen an: Ein zukünftiger Heimplatz ist damit gewährleistet. Das gibt Sicherheit. Und die Familie kann sich über einen langen Zeitraum mit der Einrichtung vertraut machen und dem Kind den Umzug erleichtern. Hier gibt es Tipps und hilfreiche Adressen: www.pflege-navigator.de
  • Wie sicher ich mein Kind finanziell ab? Die Angst der Eltern: Erbt das Kind, entfällt der Anspruch auf Sozialhilfe und das Vermögen schrumpft in kurzer Zeit durch die hohen Pflegekosten zusammen. Das Kind ist plötzlich mittellos und benötigt Hilfe, um weiterhin Unterstützung zu bekommen. Rechtsanwälte mit dem Schwerpunkt Erbrecht sind hier die richtigen Ansprechpartner. Sie helfen bei der Testamentsgestaltung und haben alle wichtigen Aspekten im Blick.

Websites zum Thema Behindertentestament:
anwaltauskunft.de
www.lebenshilfe.de

Die Elternschaft mit einem hilfsbedürftigen Kind ist in allen Lebenslagen mühevoll. Im Seniorenalter zeigt sie sich als besonders herausfordernd: Viel früher als andere Eltern müssen diese sich dem eigenen Tod stellen und Vorkehrungen treffen, um ihr Kind auch nach ihrem Ableben in guten Händen zu wissen. Doch es hilft, Loslassen zu lernen. Gute Planung gibt Raum für schöne Momente.

 

Quellen:

www.lebenshilfe.de
www.familienratgeber.de
www.merkur.de