Essenskultur ist im Alter wertvoller denn je – wir sagen, warum

Ein bekanntes Phänomen: Ehepartner, die als Senioren alleine zurückbleiben, verändern ihre Essgewohnheiten auf negative Weise. Mit dem geliebten Menschen ist sozusagen der Appetit verschwunden. Einkaufen, schneiden, rühren – alles scheint zu lästig. Manch einer hat Angst, elektrische Geräte zu benutzen. Witwen behaupten, jetzt am Ziel der Träume zu sein – die Kocherei war doch immer eine Anstrengung. Das erscheint wie die halbe Wahrheit, denn das Gefühl der Wirksamkeit ist weg.  Ältere Herren wiederum haben nie gelernt, etwas Schmackhaftes zuzubereiten und nur wenigen gelingt es, neue Fähigkeiten zu entwickeln. Dabei geht es beim Kochen nicht nur um eine ausgewogene Ernährung. Planung und Zubereitung einer Mahlzeit schützen vor depressiven Verstimmungen und fördern die positive Selbstwahrnehmung. Sogar körperlich eingeschränkte Senioren können durch Kochen mehr Zufriedenheit erlangen.

Kochen füttert das Selbstwertgefühl

Tante Greta war anders als ihre Altersgenossen. Bereits weit in den Achzigern und durch verschiedene Krankheiten geschwächt, hielt die Alleinlebende daran fest, sich mittags eine warme Mahlzeit zu bereiten. Kein raffiniertes Menü. Erbsensuppe, Kartoffelstampf, Bohnensalat und freitags gedämpfter Fisch. Sie war zeitlebens Single gewesen – vielleicht liegt hier der Grund für ihr ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Es gab nie einen Partner, der ihr Komplimente machte oder sie korrigierte. Das musste sie selber machen. Den Tisch ordentlich decken und sich selber etwas Gutes servieren, gehörte für sie dazu. Wer selber kocht, profitiert auch in diesen Punkten:

  • Die Feinmotorik wird täglich geschult.
  • Wer einen Einkaufszettel schreibt oder diktiert, hat seine Vorräte im Blick und schult das Gedächtnis.
  • Neue Rezepte lesen, verstehen und umsetzten: Auch das ist Gehirntraining. Also, nicht immer zu bekannten Lieblingsrezepten greifen.
  • Den Tisch decken, vielleicht ein Teelicht anzünden und vor allem nicht fernsehen beim Essen, sondern lieber das Radio laufen lassen – das hält die Kultur aufrecht.
  • Ein Schlückchen Wein oder Bier ist vielleicht erlaubt? Einfach den Hausarzt fragen. Sonst schmecken auch Saftschorle, Fassbrause oder mit Zitrone aromatisiertes Wasser.
  • Kochutensilien und Geschirr nach dem Essen mit der Hand spülen, abtrocknen und verräumen: Wieder ist etwas Zeit ins Land gegangen und dann hat man sich ein Mittagsschläfchen wirklich verdient. Weiter geht es mit einer Tasse Kaffee zum Wachwerden …

Vielleicht ist es nicht ganz einfach, diese Ratschläge umzusetzen. Kochen und Essen genießen in der deutschen Gesellschaft leider keinen hohen Stellenwert – weder damals noch heute. Zwar nehmen wir auf Urlaubsreisen die familiäre Atmosphäre in Italien oder Frankreich positiv wahr, aber selber scheut man hier den Aufwand. Im Alter kann man durch Kochen mehr Zufriedenheit erlangen.

Essen ist gesunde Kommunikation

Mit einer 24-Stunden-Betreuung kann sich auch der kulinarische Rahmen verändern – und zwar positiv. Die wichtigsten Aspekte:

  • Die Seniorin oder der Senior isst nicht mehr alleine – das fördert den Appetit und weckt die Lebensgeister.
  • Schon die Düfte und das Klappern wirken anregend.
  • Die Betreuungskraft bringt eigene Lieblingsgerichte ein und nimmt Anregungen der Pflegeperson an. Ganz natürlich entwickelt sich ein erster Kontakt.
  • Auch wenn es durchaus qualitativ hochwertige Essensdienste gibt: frische gekochte Mahlzeiten sind gesünder.
  • Wird gekleckert oder der Löffel fällt zu Boden: nicht tragisch, denn die Hilfe ist gleich zur Stelle. Keiner muss sich schämen.

Mit dem regelmäßigen Essen blühen gesellschaftliche Kontakte wieder auf. Freunde, Nachbarn oder die Enkelkinder kommen auf einen Tee und ein Stück Kuchen vorbei.

Die Ernährung auf Krankheiten einstellen – Dehydrieren vorbeugen

Wer isst und trinkt, muss natürlich auch zur Toilette. Ein weiterer Grund, warum Senioren hier zurückhalten werden. Speziell Trinken ist wichtig – das weiß inzwischen jedes Kind und ist eigentlich fast überall erlaubt. Lediglich Senioren lassen sich oft nicht überzeugen, täglich 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich zunehmen. Früher war es unschicklich zu trinken und heute schreckt der Toilettengang. Vielen erscheint das lästig, mühsam und die Angst zu fallen, schwingt immer mit. Ist eine 24-Stunden-Betreuung im Haus, ändert sich dieser Missstand schnell. Rund um die Toilette ist alles wieder hygienisch und würdevoll. Durch ausreichend viel Flüssigkeit funktionieren Gehirn und Organe besser, sogar die Bandscheiben profitieren. Medikamente werden besser vertragen.

Grundsätzlich sollte der Speiseplan mit dem Hausarzt oder Spezialisten abgesprochen werden. Pflegekräfte, die ständig vor Ort sind, stellen sich auf Diabetes, Allergien, Verdauungsprobleme, Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken sowie Auffälligkeiten im Rahmen einer demenziellen Erkrankung ein. Sie stimmen die Gerichte und individuelle Medikamentierung aufeinander ab. Es kann gelingen, eine Fettleibigkeit in den Griff zubekommen oder die drohende Unterernährung abzuwenden. Auch die Verdauung kann auf natürlichem Weg wieder in Schwung kommen. Dazu zählt auch ausreichend Flüssigkeit, abgestimmte Ernährung in Art und Verteilung über den Tag sowie Mobilisierung.

Unter dem Link www.fitimalter-dge.de gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Anregungen und Tipps. Und sonst: Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen – egal, wie alt man ist.

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